Neueste Beiträge

Freie Downloads

Ideewebofficecom web

Aus Sicht des Personalers - Teil 2

Im ersten Teil Aus Sicht des Personalers haben wir darüber gesprochen, wie Ihre Unterlagen gesehen werden und wie sie diese optimieren können.

Zur Erinnerung: Der Betrieb hat eine Stelle auf der Webseite ausgeschrieben. Die Ausschreibung beinhaltet ein Kurzprofil der Firma, eine Stellenbeschreibung, die Anforderungen, das Gehalt und die erwünschte Form der Bewerbung. In diesem Fall soll die Bewerbung per Email gesendet werden. Die Bewerbungsfrist, die Zeit bis zum letztmöglichen Eingangstermin, ist ein Monat. Während dieses Zeitraumes werden die eingegangenen Bewerbungen gesammelt und zur Sichtung aufbereitet.

Im zweiten Teil geht es um das Bewerbungsgespräch und wie dieses von Führungskräften und EntscheiderInnen wahrgenommen wird.

Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen, zahlreiche Bewerbungen wurden gesichtet. Einige der Bewerbungen wurden von vornherein aussortiert, da die Anforderungen laut Stellenanzeige nicht erfüllt wurden. Zwei BewerberInnen schafften es dennoch auf den Vielleicht-Stapel. Die Bewerbungen waren derart interessant und motiviert, dass es sich lohnt, diese KandidatInnen näher anzusehen. Nun ist die Personalabteilung beauftragt, Termine mit den BewerberInnen zu vereinbaren. Firmenintern werden, aus organisatorischen Gründen, die Termine blockweise angesetzt. Die Sachbearbeiterin/der Sachbearbeiter beginnt mit der Kontaktaufnahme per Telefon und per Mail.

Einladung zum Bewerbungsgespräch

Ihr Bewerbungsgespräch beginnt an diesem Zeitpunkt! Überlegen Sie im Vorfeld, wie Sie sich am Telefon bei geschäftlichen Anrufen an Ihrem Privattelefon melden. Idealerweise melden Sie sich mit Ihrem Vor- und Nachnamen und einem eindeutigen Gruß. Somit weiß der Anrufer, ob er die richtige Person am Apparat hat. Sie signalisieren auch, dass Sie kompetent am Telefon kommunizieren können. Wenn Sie sich diese Art der telefonischen Begrüßung im Allgemeinen zurecht legen, steigen Sie immer gut in Gespräche mit Firmen, Ämter oder Behörden ein.

Das Prinzip der Vorbereitung gilt auch für Einladungen per Email verschickt. Stellen Sie sicher, dass ihr Mailkonto funktioniert und überprüfen Sie den Eingang täglich. Beantworten Sie das Mail idealerweise innerhalb weniger Stunden. Im Text bedanken Sie sich für die Einladung und bestätigen den Zeitpunkt des Gespräches. Wurde das Mail geschickt, weil sie telefonisch nicht erreichbar waren, dann rufen Sie zu den Geschäftszeiten zurück und bestätigen den Termin telefonisch. Das ist eine gute Gelegenheit, seine Telefonkompetenz unter Beweis zu stellen.

Vorbereitung des Bewerbungsgespräches

Der Termin des Gespräches steht nun fest. Planen Sie den Zeitpunkt des Gespräches gut und bereiten Sie sich inhaltlich darauf vor. Räumen Sie Alltagshürden aus dem Weg und sammeln Sie weitere Informationen zum Unternehmen. Setzen Sie sich mit Ihren Stärken und Schwächen bereits jetzt auseinander, um sicher in das Gespräch zu gehen.

Worauf achten Personaler beim Bewerbungsgespräch?

Die Vorbereitungen sind getan. Im Büro oder im Besprechungsraum wurde Wasser bereitgestellt, der Abteilungsleiter und der Personaler haben die heute anstehenden Bewerbungen bereits diskutiert. Das Sekretariat hat einen Überblick über den Terminplan und empfängt die Kandidaten.

Ihre Begrüßung soll klar und freundlich sein. Ein guter Händedruck und eine deutliche Begrüßung signalisieren Sicherheit und Vorbereitung. Sie sind nervös? Bitte lassen Sie es zu! Es gibt Methoden, mit denen Sie im Vorfeld Ihre Nervosität vermindern können. Auch hier gilt: Mit guter Vorbereitung schaffen Sie sich ein Sicherheitsnetz, dass Sie während des Gespräches auffangen wird. Ihre GesprächspartnerInnen wissen, dass dies eine besondere Situation für Sie ist. Nervosität ist erlaubt und macht Sie glaubwürdiger. Übertreibungen und Beschönigungen werden im Gegenzug dazu sofort erkannt. Untertreibungen hingegen werden als Schwäche interpretiert.

Ein Beispiel anhand einer Projektarbeit:

An ihrem vorgehenden Arbeitsplatz wurde ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und es hat sich in der Branche durchaus einen Namen gemacht. Sie waren in diesem Projektteam tätig und haben einen bestimmten Aufgabenbereich übernommen. Sie werden auf dieses Projekt angesprochen. Was antworten Sie?

Variante 1: "Wissen Sie, das Projekt war sehr umfangreich und wir haben alle zusammen dazu beigetragen. Mein Anteil war gar nicht so groß."

Variante 2: " Meine Aufgaben im Projekt waren die Budgetierung und die Abstimmung mit den externen Projektpartnern. Dazu gehörte auch, rechtzeitig die gesetzen Meilensteine einzufordern und in den Berichten aufzubereiten."

Welche dieser beiden Aussagen vermittelt mehr Fachwissen?

Gehen Sie davon aus, dass sich Ihre GesprächsparterInnen Notizen machen. Dabei werden vor allem Informationen gesammelt, die nicht aus den schriftlichen Unterlagen ersichtlich sind. Es geht dabei großteils um Ihre sogenannten Soft Skills, ihre Sozialen Kompetenzen. Zu den sozialen Kompetenzen gehören unter anderem Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Flexibilität und Engagement.

Mit dem Wissen, wie Personaler in etwa vorgehen, lassen sich für Sie, als BewerberIn, die entscheidenden Fragen stellen:Wie will ich wirken? Was will ich vermitteln?

Sie wollen Engagement für die Firma und deren Projekte vermitteln? Wunderbar, tun Sie das aber nicht, indem Sie über Ihre privaten Leidenschaften zu viel ausholen. Sehr schnell kann der Eindruck entstehen, dass Ihr privates Engagement überwiegt.

Sie wollen Ihre Kompetenz zu einem gewissen Thema aufzeigen? Sehr gut, achten Sie jedoch darauf, nicht von oben herab zu wirken. Überlegenheit und Besserwisserei verursachen unmittelbar Widerstände beim Gesprächspartner.

Richten Sie die Informationen schön an, verteilen Sie appetitliche Häppchen und bleiben Sie dabei Sie selbst, offen und authentisch.

Dann sind Sie der nächsten Auswahlrunde wieder einen Schritt näher.

Ihre Gabriele Strasser
Trainerin für Verkauf, Kommunikation und Rhetorik

Zurück zur Übersicht

JoomSpirit